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Workshop: RM für Produktlinien

Workshop: RM für Produktlinien und variantenreiche Software-Entwicklung

Zum wiederholten Mal organisieren Dr. Andreas Birk und Gerald Heller von Software.Process.Management einen Workshop bei der größten deutschen Requirements-Engineering-Konferenz REConf 2014 zum Thema “RM für Produktlinien und variantenreiche Systeme”.

Zeit und Ort: Donnerstag, 13. März 2014, 09:00 – 17:00 Uhr, REConf 2014, München

Der Workshop vermittelt wichtiges Praxiswissen für das Management von variantenreicher Software und für die Entwicklung von Software-Produktlinien. Im Mittelpunkt steht der schrittweise Übergang zur Produktlinienentwicklung. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf dem Requirements-Management sowie dem Konfigurations- und Integrationsmanagement. Fallbeispiele aus der industriellen Praxis illustrieren, wie man Variantenvielfalt im Griff behält und Produktlinienentwicklung zum Erfolg führt.

Weitere Informationen und Anmeldungslink auf der MakingOfSoftware.com Veranstaltungsseite.

Was ist so speziell am Produktmanagement für Software und Internet-Angebote?

Schon bei der Definition des Produkts und insbesondere der Produktfunktionalität hat man bei Software und Internet-Angeboten mehr Freiheiten als bei physischen Produkten. Software ist sehr flexibel und man kann damit fast “alles” machen. Diese große Freiheit stellt eine Herausforderung dar, denn es ist im Gegenzug oft schwer, zu fokussieren oder sinnvolle Kombinationen von Funktionalitäten zu definieren.

Auch beim Geschäftsmodell und bei der Preisfindung gibt es bei digitalen Gütern große Freiheitsgrade: zumeist sind die Grenzkosten sehr gering, d.h. sobald das Angebot einmal verfügbar ist, kostet es fast nichts, es einem weiteren Kunden zur Verfügung zu stellen. Damit sind z.B. Freemium-Geschäftsmodelle möglich, bei denen die Mehrheit der Kunden eine Grundversion des Angebots umsonst nutzt und nur eine Minderheit für eine erweiterte Funktionalität zahlt.

Versuchen Sie so ein Geschäftsmodell mal mit einem physischen Gut, zum Beispiel als Automobilhersteller: das Basis-Modell gibt es umsonst, und anspruchsvollere Kunden können dann optional zum schnelleren Modell oder zum Cabrio wechseln und nur dann müssen sie etwas bezahlen. Würde sicher helfen, Marktanteile zu gewinnen, aber es ist klar, warum das nicht geht.

Aber auch hier gilt: der höhere Freiheitsgrad macht die Aufgabe des Produktmanagers schwieriger, denn z.B. bei der Preisfindung ist einer der klassischen Einflussfaktoren, nämlich die Stückkosten, wenig hilfreich.

Einerseits stehen Produktmanager für Software und Internet-Angebote also vor speziellen Herausforderungen, andererseits hat die Branche spezifische Techniken entwickelt, um mit diesen Herausforderungen besser fertig werden zu können. So unterstützt beispielsweise das Instrumentarium des Requirements Engineering die Produktplanung und Qualitätssicherung und hilft damit den Produktmanagern, die Herausforderungen bei der Produktdefinition zu meistern.

Was ist eigentlich Produktmanagement?

Selbst innerhalb der Software-Branche verstehen viele die Rolle des Produktmanagers nicht ganz. Vielleicht kommt hier in Deutschland noch erschwerend hinzu, dass in der Umgangssprache Marketing hauptsächlich mit Werbung und PR assoziiert wird. Dann gibt es ja auch noch die Rolle des Produktmarketing-Managers, die oft nicht klar getrennt ist vom Produktmanager – und schwupps wird vermutet, dass der Produktmanager das Werbegenie hinter einem Produkt ist.

Natürlich sind Werbung und PR für den Verkaufserfolg wichtig – das Produktmanagement setzt da jedoch noch viel grundsätzlicher an, denn Produktmanager sind verantwortlich für ein Produkt vom Markteintritt bis zur Abkündigung. Das Ziel jedes Produktmanagers ist es, mit dem Produkt über den gesamten Lebenszyklus den größtmöglichen Wert – dies bedeutet in der Regel die größtmöglichen Gewinne – für das Unternehmen zu erzeugen.

Dafür entscheidend ist die richtige Produktstrategie, von der Bestimmung der Zielgruppe bis zur Entwicklung eines Business Case, sowie die Produktplanung über Produktgenerationen hinweg. Neben diesen Strategie- und Planungsarbeiten verfolgen Produktmanager regelmäßig die zuvor definierten Meilensteine der Umsetzung sowie Erfolgsmetriken und passen falls notwendig, die Vorgehensweise an.